Solarstrom und Wärme aufeinander abstimmen.

Photo­voltaik erzeugt Strom. Eine Wärme­pumpe nutzt Strom, um Umweltwärme fürs Haus nutzbar zu machen. Gemeinsam können sie einen Teil des Energiebedarfs decken. Wie gut das gelingt, hängt besonders davon ab, wann Erzeugung und Verbrauch zusammenkommen.

Drei Pläne. Ein Haus.

Photo­voltaik und Wärme­pumpe betreffen drei Gewerke: das Dach, die Elektrik und die Heizung. Bei uns liegen die drei Pläne übereinander, bevor gebaut wird.

Schnitt durch ein Einfamilienhaus mit Dach, Elektrik und Heizung Schnitt A-A Eindeckung und Dämmung Solarmodule Dachdurchführung 1 2 3 Netz 1 Wechsel­richter 2 Speicher 3 Zähler­schrank 4 Wärme­pumpe 4 Warm­wasser Fußboden­heizung Heiz­körper

Illustration, keine Planungsdarstellung für ein bestimmtes Haus.

  1. 01 Dachplan RZ Bedachungen

    Zuerst das Dach.

    Bevor Module aufs Dach kommen, muss das Dach dafür bereit sein. Geprüft werden Eindeckung, Unterbau und Dämmung. Steht eine Sanierung an, wird sie mit der Solaranlage zusammen geplant.

    • Eindeckung und Dämmung
    • Solarmodule auf dem Dach, im Dach oder als Solardachziegel
    • Dachdurchführung
  2. 02 Strom­lauf­plan Verhufen Elektro­technik

    Dann der Strom.

    Vom Modul bis zum Zähler­schrank: Wechsel­richter, Speicher und Zähler werden elektrisch geplant und angeschlossen. Dazu gehören das Messkonzept, die Vorgaben des Netz­betreibers und die Steuerung der Wärme­pumpe.

    • Wechsel­richter
    • Speicher, wenn er sinnvoll ist
    • Zähler­schrank und Netz­anschluss
    • Steuerung der Wärme­pumpe
  3. 03 Heizungs­schema Michael Hintzen

    Und die Wärme.

    Ob eine Wärme­pumpe zu Ihren Heiz­körpern passt, entscheiden Heizlast, Heiz­flächen und Vorlauf­temperatur. Danach folgen Aufstellort, Warm­wasser und die Einbindung in Ihr Heizsystem.

    • Wärme­pumpe und Aufstellort
    • Warm­wasser
    • Fußboden­heizung oder Heiz­körper
  4. = Alle drei Pläne

    Drei Pläne, ein Haus.

    Erst übereinandergelegt zeigen die Pläne, was zusammenpasst: wo Leitungen laufen, wie viel Solarstrom die Wärme­pumpe nutzen kann und in welcher Reihenfolge auf der Baustelle gearbeitet wird.

Worauf es ankommt.

  1. 01

    Im Sommer anders als im Winter

    In sonnenreichen Monaten ist mehr PV‑Strom verfügbar, während der Heizbedarf oft gering ist. Im Winter steigt der Wärmebedarf und der Solar­ertrag fällt geringer aus. Deshalb bedeutet ein rechnerisch ausgeglichener Jahreswert keine ganzjährige Eigenversorgung.

  2. 02

    Verbrauch verschieben, wo es sinnvoll ist

    Passende Regelung kann einzelne Verbraucher zeitlich abstimmen. Warm­wasser oder begrenzt gespeicherte Wärme können dafür Spielraum bieten. Komfort, Hygiene, Gerätegrenzen und Effizienz bleiben maßgeblich. Ein großer Speicher oder eine höhere Temperatur sind nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung.

  3. 03

    Elektrik und Regelung früh zusammenbringen

    Zähler­schrank, Messkonzept, Netz­anschluss und verfügbare Schnittstellen bestimmen mit, welche Funktionen möglich sind. Herstellername oder ein einzelnes Schlagwort wie „Smart Grid Ready“ ersetzen keine Prüfung der konkreten Geräte und Einstellungen.

  4. 04

    Auch in sinnvollen Etappen

    Manchmal steht zuerst die Heizung an, manchmal das Dach. Vorbereitete Leitungswege und eine abgestimmte Systementscheidung können spätere Schritte erleichtern. Ob Komponenten bleiben können und welche Vorleistungen sinnvoll sind, wird am vorhandenen System geklärt. Die Kosten und Förderwege von PV und Heizung bleiben getrennt nachvollziehbar.

Im Winter scheint weniger Sonne.

Von November bis Februar liefert eine Solaranlage in Viersen 15,7 % ihres Jahres­ertrags. In dieselben vier Monate fallen 59,2 % des Heizbedarfs.

Anteil am Jahreswert je Monat, Viersen Solar­ertrag Heizbedarf
Werte als Tabelle
Monat Solar­ertrag je kWp Anteil Solar­ertrag Anteil Heizbedarf
Januar 36,8 kWh 3,5 % 16,7 %
Februar 54,9 kWh 5,2 % 14,8 %
März 92,6 kWh 8,7 % 13,7 %
April 120,0 kWh 11,3 % 9,3 %
Mai 130,5 kWh 12,3 % 5,1 %
Juni 129,4 kWh 12,2 % 1,4 %
Juli 129,3 kWh 12,2 % 0,4 %
August 117,6 kWh 11,1 % 0,6 %
September 102,0 kWh 9,6 % 2,9 %
Oktober 73,7 kWh 6,9 % 7,3 %
November 44,6 kWh 4,2 % 12,2 %
Dezember 30,6 kWh 2,9 % 15,5 %
8 kWp

Richtwert für ein unverschattetes Süddach mit 35 Grad Neigung und 14 Prozent Systemverlusten. Ausrichtung, Verschattung und Wetter verändern den Ertrag.

Im Jahr
8.500 kWh
Mai bis August
4.050 kWh
November bis Februar
1.340 kWh

Darum gehören Photo­voltaik und Wärme­pumpe in einen Plan. Im Sommer und in der Übergangszeit kann Solarstrom einen spürbaren Teil des Wärme­pumpenstroms decken. Im Winter kommt der größere Teil aus dem Netz. Speicher und Steuerung helfen, mehr eigenen Strom zu nutzen; eine sorgfältige Auslegung ersetzen sie nicht.

Was PV im Winter leisten kann

Quelle: PVGIS 5.3, Europäische Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle (JRC), Strahlung SARAH3 und Temperatur ERA5 der Jahre 2005 bis 2023 für Viersen, abgerufen am 14.10.2026, eigene Auswertung. Heizbedarf näherungsweise als Grad­tag­zahl G20/15 ohne Warm­wasser. Zum Winter siehe auch die Verbraucherzentrale. Keine Auslegung für ein bestimmtes Haus.

Fragen zum Zusammenspiel.

Kurz beantwortet, ausführlich verlinkt. Ohne Kontaktdaten und ohne Fachbegriffe vorab.

Alle Antworten durchsuchen
  • Kombination & Speicher

    Wie viel hilft Photo­voltaik der Wärme­pumpe im Winter?

    Photo­voltaik kann einen Teil des Wärme­pumpenstroms liefern. Im Winter treffen jedoch hoher Heizbedarf und geringere Solarerzeugung aufeinander. Eine positive Jahresbilanz bedeutet deshalb nicht, dass das Haus zu jeder Stunde ohne Netzstrom auskommt.

  • Kombination & Speicher

    Was bringt ein Energie­management für Strom und Wärme?

    Ein Energie­management kann Erzeugung, Speicher und steuerbare Verbraucher aufeinander abstimmen. Was tatsächlich möglich ist, hängt von Geräten, Schnittstellen und Konfiguration ab. Ein Logo oder die Angabe „smart“ ersetzt keine konkrete Funktionsbeschreibung.

  • Kombination & Speicher

    Brauche ich einen eigenen Wärme­pumpenzähler oder dynamischen Tarif?

    Das ist eine Vergleichsfrage. Tarifbedingungen, Verbrauch, PV‑Eigen­verbrauch, zusätzliche Messkosten und die Anschlussanforderungen müssen zusammenpassen. Ein dynamischer Stromtarif und zeitvariable Netzentgelte sind unterschiedliche Preisbestandteile.

  • Kombination & Speicher

    Muss mein Zähler­schrank für PV oder Wärme­pumpe erneuert werden?

    Nicht jeder Zähler­schrank muss pauschal ausgetauscht werden. Ob Anpassungen nötig sind, hängt vom vorhandenen Zustand, den geplanten Anlagen, dem Messkonzept und den aktuellen Anschlussanforderungen ab. Das wird durch den Elektrofachbetrieb und bei Bedarf mit dem zuständigen Netz­betreiber geklärt.

  • Kombination & Speicher

    Kann meine vorhandene PV‑Anlage eine Wärme­pumpe unterstützen?

    Das kann möglich sein. Zu prüfen sind elektrische Einbindung, Messkonzept, Verbrauch und vorhandene Steuerung. Der direkte Eigen­verbrauch von Solarstrom und eine gezielte automatische Wärme­pumpensteuerung sind unterschiedliche Funktionen.

  • Kombination & Speicher

    Passt jedes Gerät mit jedem anderen zusammen?

    Nein. Für eine sichere Aussage sind konkrete Modelle, Schnittstellen und häufig auch Regelungs- oder Softwarestände nötig. Herstellerwerbung für ein vernetztes System bedeutet nicht, dass jede beliebige Kombination freigegeben ist.

  • Kosten & Förderung

    Gilt der Null­steuer­satz für das ganze Energieprojekt?

    Nein, nicht pauschal. Der Null­steuer­satz kann für bestimmte PV‑Lieferungen, wesentliche Komponenten, geeignete Speicher und deren Installation gelten. Eine Wärme­pumpe oder eine allgemeine Dach­sanierung wird dadurch nicht automatisch ebenfalls mit 0 % Umsatzsteuer abgerechnet.

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Ein paar Angaben zum Vorhaben und zum Standort reichen für den Einstieg. Technische Details können Sie ergänzen, soweit sie bekannt sind.

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