Arbeitshilfe · 6 Rechenbeispiele

Rechenbeispiele Schritt für Schritt

Frei gewählte Beispiele zeigen, wie Eigen­verbrauch, Jahresarbeitszahl, Speicher und Förderung gerechnet werden. Sie erklären den Rechenweg und ersetzen keine Berechnung für Ihr Haus.

Beispiel, keine Prognose

Eigen­verbrauch und Autarkie sind nicht dasselbe

Annahmen

Frei gewähltes Jahresbeispiel ohne Speicher: 8.000 kWh PV‑Erzeugung, davon 3.000 kWh direkt genutzt; 5.000 kWh Haushaltsbedarf.

Rechenweg

  1. Eigen­verbrauchsquote: 3.000 / 8.000 = 37,5 %.
  2. Autarkiegrad: 3.000 / 5.000 = 60 %.
  3. Netzbezug: 5.000 − 3.000 = 2.000 kWh.
  4. Einspeisung: 8.000 − 3.000 = 5.000 kWh.

Was das bedeutet

Die beiden Quoten beantworten verschiedene Fragen. Keine davon beschreibt allein die Rendite.

Grenzen des Beispiels

Keine Ertragsprognose für ein bestimmtes Dach. Speicherverluste sind in diesem einfachen Beispiel nicht enthalten.

Beispiel, keine Prognose

Jahresarbeitszahl und Strombedarf

Annahmen

Frei gewähltes Beispiel: jährlich 15.000 kWh abgegebene Wärme. Wärme und Strom werden über denselben Zeitraum und dieselbe definierte Systemgrenze bilanziert.

Rechenweg

  1. Bei Jahresarbeitszahl 3: 15.000 / 3 = 5.000 kWh Strom.
  2. Bei Jahresarbeitszahl 4: 15.000 / 4 = 3.750 kWh Strom.
  3. Rechnerischer Unterschied: 1.250 kWh pro Jahr.

Was das bedeutet

Eine andere Effizienzannahme verändert die Stromkosten deutlich. Für Geldbeträge zusätzlich den individuellen Gesamtstromtarif einsetzen.

Grenzen des Beispiels

Keine garantierte JAZ. Brennstoffverbrauch des alten Kessels ist nicht ohne Anpassung die Wärmemenge im Beispiel.

Beispiel, keine Prognose

Speicher: zusätzliche Nutzung mit Verlusten rechnen

Annahmen

Reines Rechenbeispiel, keine Tarifprognose: 1.000 kWh Solarstrom werden im Jahr zusätzlich in den Speicher geladen; angenommen 90 % davon stehen später nutzbar bereit. Angenommener Bezugspreis 0,30 Euro/kWh, entgangene Einspeise­vergütung 0,08 Euro/kWh.

Rechenweg

  1. Zusätzlich nutzbar: 1.000 × 0,90 = 900 kWh.
  2. Vermiedener Bezug: 900 × 0,30 = 270 Euro.
  3. Entgangene Einspeisung: 1.000 × 0,08 = 80 Euro.
  4. Vorläufiger jährlicher Mehrwert: 270 − 80 = 190 Euro.

Was das bedeutet

Der Mehrwert des Speichers ist kleiner als die bloß vermiedenen Bezugskosten. Er muss gegen Zusatzinvestition und weitere laufende Kosten gestellt werden.

Grenzen des Beispiels

Keine Wirtschaftlichkeitszusage. Standby, Alterung, Ersatz, Finanzierung und Zeitwert des Geldes sind hier nicht zusätzlich gerechnet. Die angenommenen 8 ct sind kein aktueller EEG‑Tarif.

Beispiel, keine Prognose

Heizungszuschuss und Eigenanteil

Annahmen

Bedingtes Beispiel nach geprüftem Stand 15.10.2026: eine Wohneinheit; Gesamtkosten 36.000 Euro; mindestens 28.000 Euro anerkannte Kosten; alle Voraussetzungen für den Sonderdeckel von 80 % erfüllt.

Rechenweg

  1. Zuschuss: 28.000 × 0,80 = 22.400 Euro.
  2. Eigenanteil an der Gesamtrechnung: 36.000 − 22.400 = 13.600 Euro.

Was das bedeutet

Der Prozentsatz wird auf die begrenzten anerkannten Kosten angewandt, nicht automatisch auf die Gesamtrechnung.

Grenzen des Beispiels

Nur bei tatsächlicher persönlicher und technischer Berechtigung. Keine individuelle Förderzusage; Regelstand vor Antrag erneut prüfen. Gilt für Anträge bis 31.01.2027; danach sinkt der Höchstbetrag für die erste Wohneinheit, und für Wärme­pumpen ist ab dem ersten Quartal 2027 ein niedrigerer Grundfördersatz angekündigt.

Beispiel, keine Prognose

Dach­dämmung mit iSFP korrekt staffeln

Annahmen

Bedingtes Beispiel Stand 15.10.2026: eine Wohneinheit, 50.000 Euro anerkannte Hüllkosten, qualifizierter iSFP und alle weiteren Voraussetzungen.

Rechenweg

  1. Normaler Kostenteil: 30.000 × 0,15 = 4.500 Euro.
  2. Darüberliegender qualifizierter Anteil: 20.000 × 0,20 = 4.000 Euro.
  3. Gesamt: 8.500 Euro.

Was das bedeutet

Der zusätzliche Bonus wird im aktuellen Modell nicht pauschal auf den gesamten Betrag angewandt.

Grenzen des Beispiels

Keine Bewilligung. Bei mehreren Wohneinheiten oder anderem Antragstermin neu rechnen.

Beispiel, keine Prognose

WEG‑Grundförderung für drei Wohneinheiten

Annahmen

Bedingtes Beispiel Stand 15.10.2026: drei Wohneinheiten; mindestens 58.000 Euro anerkannte Kosten; 30 % Grundförderung.

Rechenweg

  1. Gebäudeobergrenze: 28.000 + 15.000 + 15.000 = 58.000 Euro.
  2. Basiszuschuss: 58.000 × 0,30 = 17.400 Euro.
  3. Gleichmäßige rechnerische Zuordnung: 17.400 / 3 = 5.800 Euro je Einheit.

Was das bedeutet

Persönliche Boni werden gesondert geprüft. Die förderrechtliche Zuordnung ersetzt nicht den Kostenverteilungsschlüssel der Gemeinschaft.

Grenzen des Beispiels

Keine Aussage zu Beschlusskompetenz, mietrechtlicher Umlage oder individueller Bonusberechtigung. Gilt für Anträge bis 31.01.2027; danach sinkt der Höchstbetrag für die erste Wohneinheit, und für Wärme­pumpen ist ab dem ersten Quartal 2027 ein Grundfördersatz von 15 % angekündigt.

Wo fangen wir an?

Ein paar Angaben zum Vorhaben und zum Standort reichen für den Einstieg. Technische Details können Sie ergänzen, soweit sie bekannt sind.

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