Neu Thema: Fenster & Haustüren, Kennwerte, Lüftung und Einbau 3 Min. Lesezeit Recherchiert am 16.10.2026
Neue Fenster und Schimmel: Wie lüfte ich nach dem Fenstertausch richtig?
Kurz gesagt
Neue Fenster sind deutlich dichter als alte. Der ständige Luftaustausch über undichte Fugen fällt weg, und Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen und Atmen bleibt länger im Raum. Damit kein Schimmel entsteht, gehört zur Planung, wie künftig gelüftet wird: von Hand, mit Lüftern im Fenster oder mit einer Lüftungsanlage. Fachlich wird dafür ein Lüftungskonzept empfohlen; für eine Förderung ist es nachzuweisen.
Das können Sie vorbereiten
- Vor dem Auftrag klären, wer das Lüftungskonzept erstellt
- Feuchte Räume wie Bad, Küche und Schlafzimmer benennen
- Lüftungslösungen wie Fensterfalzlüfter im Angebot ansprechen
- Laibungsdämmung und Einbaulage besprechen
- Nach dem Einbau die Luftfeuchte mit einem Hygrometer beobachten
- Stoßlüften statt Dauerkippen
Allgemeine Information, keine technische Freigabe: Planung, Förderfähigkeit und Kosten werden für Ihr Haus und Ihr Vorhaben geprüft.
Leistung kennenlernen: Fenster erneuern Nächster Schritt: Fenstertausch mit Lüftung planenIm Detail
Warum dichte Fenster die Feuchte verändern
Beim Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und durch die Bewohner selbst gelangt täglich Feuchtigkeit in die Raumluft. Undichte alte Fenster haben ständig etwas mitgelüftet, wenn auch mit hohem Wärmeverlust. Neue, dicht schließende Fenster lüften nicht mehr von selbst mit; es muss mehr aktiv gelüftet werden. Nach dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts führen neue dichte Fenster in Häusern mit geringem Dämmstandard ohne zusätzliche Dämmung zu Feuchteproblemen.
Wo Schimmel entsteht
Feuchte Luft schlägt sich an den kältesten Flächen nieder. Bleiben Außenwand, Laibung und Sturz ungedämmt, sind sie nach dem Fenstertausch oft die kältesten Stellen im Raum. Schon ab etwa 70 bis 80 % Feuchte direkt an einer kühlen Oberfläche kann Schimmel wachsen, auch ohne sichtbares Kondenswasser. Ein wärmebrückenarmer Einbau und eine gedämmte Laibung verringern dieses Risiko, ersetzen aber nicht das Lüften.
Lüftungskonzept: empfohlen und für die Förderung nachzuweisen
Das Umweltbundesamt empfiehlt beim Einbau neuer dichter Fenster ein Lüftungskonzept. Nach der Lüftungsnorm DIN 1946-6 ist der Luftwechsel zum Feuchteschutz dann so zu sichern, dass er nicht vom Verhalten der Bewohner abhängt. Das Gebäudeforum der Deutschen Energie-Agentur nennt als Anlass, dass mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht wird; die Verbraucherzentrale NRW schreibt für diesen Fall, ein Konzept sollte erstellt werden. Für eine BAFA‑Förderung ist ein Lüftungskonzept nachzuweisen, wenn die Maßnahme die Luftdichtheit erhöht. Eine ausdrückliche gesetzliche Pflicht zum Lüftungskonzept beim Fenstertausch haben wir im Gebäudemodernisierungsgesetz nicht gefunden.
Wie Lüftung und Heizung beim Fenstertausch mitgeplant werden, beschreibt die Seite Fenster erneuern.
Lüften im Alltag
Bewährt ist Stoß- oder Querlüften mit weit geöffneten Fenstern statt dauerhaft gekippter Fenster; langes Kippen kühlt Laibung und Sturz aus. Die Verbraucherzentrale NRW nennt drei- bis viermal täglich 5 bis 10 Minuten. Für dauerhaft gute Raumluft allein über Fenster müsste nach einer Veröffentlichung des Umweltbundesamts etwa alle 90 bis 120 Minuten kräftig gelüftet werden, streng genommen auch nachts. Ein Hygrometer zeigt, ob die relative Luftfeuchte in der Heizperiode im Bereich von etwa 40 bis 60 % bleibt.
Technische Hilfen
Lüfter im Fensterfalz sichern einen Mindestluftwechsel zum Feuchteschutz, ohne dass das Fenster geöffnet wird; für frische Luft und Feuchtespitzen muss trotzdem gelüftet werden. Sie wirken nur bei Wind oder ausreichendem Temperaturunterschied, und ein unsachgemäßer Nachrüsteinbau kann Dichtungen beschädigen. Abluftanlagen saugen feuchte Luft aus Bad und Küche ab und ziehen Frischluft über Außenluftdurchlässe nach; Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung halten zusätzlich Wärme im Haus. Welche Lösung passt, ergibt das Lüftungskonzept. Fensterlüfter und Außenwandluftdurchlässe können beim geförderten Fenstertausch zu den förderfähigen Kosten zählen.
Ein Beispiel
Eigenes Gedankenbeispiel: Ein Einfamilienhaus aus den 1970er Jahren hat 14 Fenster, 11 davon werden ersetzt; die Außenwände sind ungedämmt. Weil deutlich mehr als ein Drittel getauscht wird und eine Förderung beantragt werden soll, gehört ein Lüftungskonzept zur Planung. Ergibt es, dass der Luftwechsel für den Feuchteschutz ohne Zusatzmaßnahmen nicht reicht, kommen etwa Lüfter in den Fenstern der Schlafräume, eine Abluft im Bad und gedämmte Laibungen infrage. Das Beispiel zeigt den Ablauf, nicht die Lösung für Ihr Haus.
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Fenster erneuern Schritt 4 von 7
Quellen, Redaktion und Stand
Förder- und Rechtsangaben können sich ändern; maßgeblich ist die jeweils aktuelle Fassung der Quelle.
Quellen, abgerufen am 16.10.2026, 14.10.2026:
- Umweltbundesamt: Schimmelleitfaden (aktualisierte Auflage April 2024) (PDF)
- Umweltbundesamt: Anforderungen an Lüftungskonzeptionen in Gebäuden, Teil II Wohngebäude (11/2020) (PDF)
- Verbraucherzentrale NRW: Wohnen ohne Feuchte und Schimmel (Broschüre, Stand 09/2020) (PDF)
- dena Gebäudeforum klimaneutral: Fenster: energetische Bedeutung, Schutzfunktionen und Feuchtigkeit (07/2024)
- Umweltbundesamt: Wände und Fenster richtig dämmen (Umwelttipp, 08/2024)
- Verbraucherzentrale: Fenster sanieren oder austauschen: darauf sollten Sie achten (Stand 12.02.2026)
- KfW/BAFA: Technische FAQ zur BEG Einzelmaßnahmen, Version 7.0 (PDF)
- BEG-EM‑Richtlinie vom 17.08.2026, Bundesanzeiger (PDF)
- BAFA: Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0 (09/2026, gültig ab 16.09.2026) (PDF)
- Redaktion
- Redaktion Solar & Wärme Viersen, betrieben von der RZ Bedachungen GmbH. Verantwortlich: Raffael Ziagas (Impressum).
- Veröffentlicht am
- 16.10.2026
- Recherchiert am
- 16.10.2026
- Fachliche Prüfung
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