Neu Thema: Fenster & Haustüren, Kennwerte, Lüftung und Einbau 3 Min. Lesezeit Recherchiert am 16.10.2026
Uw, Ug, Uf: Was sagen die Kennwerte eines Fensters?
Kurz gesagt
Der Uw-Wert beschreibt, wie viel Wärme durch das ganze Fenster mit Rahmen, Glas und Glasrand verloren geht; je kleiner, desto besser. Der Ug-Wert gilt nur für die Verglasung, der Uf-Wert nur für den Rahmen, der Ud-Wert für eine Tür. Vergleichen Sie Angebote über den Uw- oder Ud-Wert des ganzen Elements, nicht über den Glaswert allein.
Voraussetzungen und Grenzen
- Mindestanforderung beim Austausch (GModG): Beim Ersatz im Bestand: Fenster und Fenstertüren höchstens Uw 1,3, Hebe-Schiebe- und ähnliche Fenstertüren 1,6, Dachflächenfenster 1,4, nur neue Verglasung Ug 1,1, neue Außentüren U 1,8 W/(m²K). Gilt nicht, wenn höchstens 10 % der Fläche dieser Bauteilgruppe betroffen sind; für eine Förderung gelten strengere Werte. Recherchiert am 16.10.2026. Stand: aktuell.
- Mindestwerte für die BAFA‑Förderung: Anträge ab 21.07.2026: Fenster, Balkon- und Terrassentüren höchstens Uw 0,95; barrierearm, einbruchhemmend (RC 2) oder mit Sonderverglasung 1,10; Ertüchtigung 1,30; Dachflächenfenster 1,0; Außentüren Ud 1,30; Baudenkmal 1,4 bis 1,6. Wert für das ganze Element, Nachweis über Energieeffizienz-Experten. Recherchiert am 16.10.2026, gilt ab 21.07.2026. Stand: aktuell.
Allgemeine Information, keine technische Freigabe: Planung, Förderfähigkeit und Kosten werden für Ihr Haus und Ihr Vorhaben geprüft.
Das können Sie vorbereiten
- Uw-Wert je Fenster im Angebot nennen lassen
- Bei Haustüren den Ud-Wert der ganzen Tür nennen lassen
- Ug-Wert und Abstandhalter (warme Kante) ergänzend erfragen
- Für eine Förderung die Höchstwerte vorab mit dem Experten klären
- Datenblätter, Herstellernachweise und Unternehmererklärung aufbewahren
Im Detail
Was ein U‑Wert bedeutet
Der U‑Wert, auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt, gibt an, wie viel Wärme in Watt durch einen Quadratmeter eines Bauteils fließt, wenn innen und außen ein Grad Temperaturunterschied herrscht. Die Einheit ist W/(m²K). Je kleiner der Wert, desto geringer der Wärmeverlust. Bei Fenstern zeigt ein Buchstabe, welcher Teil gemeint ist.
Die Teile eines Fensters
Ug steht für das Glas, Uf für den Rahmen und Uw für das ganze Fenster. Dazu kommt der Glasrand: Der Abstandhalter zwischen den Scheiben ist eine Wärmebrücke, die der Psi-Wert beschreibt. Abstandhalter aus Kunststoff oder Edelstahl statt Aluminium heißen warme Kante. Aus den Teilen und ihren Flächenanteilen wird Uw nach Norm berechnet oder im Prüfstand gemessen. Hersteller geben den Wert meist für ein Normmaß von 1,23 × 1,48 m an, Türen für 1,23 × 2,18 m.
Warum der Glaswert allein täuscht
Eine Dreifachverglasung kann einen sehr guten Ug-Wert haben. Wie gut das ganze Fenster ist, hängt aber auch von Rahmen und Glasrand ab. Je kleiner ein Fenster ist und je mehr Teilungen es hat, desto größer ist ihr Anteil; für Sprossen gibt es eigene Zuschläge. Werbung nennt oft den besseren Ug-Wert. Für Ihr Fenster zählt der Uw-Wert, und auch der Anschluss an die Wand beeinflusst die Wärmeverluste.
Welche Werte gelten
Wird im Bestand ein Fenster ersetzt, verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, früher Gebäudeenergiegesetz) höchstens Uw 1,3 W/(m²K). Für Hebe-Schiebe- und ähnliche Fenstertüren gilt 1,6, für Dachflächenfenster 1,4, beim Ersatz nur der Verglasung Ug 1,1 und für neue Außentüren 1,8. Für eine BAFA‑Förderung sind die Anforderungen strenger: Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren höchstens Uw 0,95, barrierearme oder einbruchhemmende Fenster und Fenster mit Sonderverglasung 1,10, die Ertüchtigung vorhandener Fenster 1,30, Dachflächenfenster 1,0 und Außentüren Ud 1,30. Der Wert gilt jeweils für das ganze Element.
Typische Werte zur Orientierung
Das Gebäudeforum der Deutschen Energie-Agentur nennt durchschnittliche Uw-Werte im Bestand: Einfachglas etwa 4,7, Kasten- und Verbundfenster etwa 2,4, unbeschichtetes Zweischeiben-Isolierglas etwa 2,7, Zweischeiben-Wärmedämmglas etwa 1,5 und Dreischeiben-Wärmedämmglas etwa 1,1 W/(m²K). Neue Fenster mit Dreifachverglasung erreichen heute etwa 0,9 oder besser. Diese Werte ersetzen nicht das Datenblatt des konkreten Systems.
g-Wert und Sonnenschutz
Der g-Wert beschreibt, welcher Anteil der Sonnenenergie durch die Verglasung in den Raum gelangt; üblich sind etwa 0,6, also 60 %. Ein höherer Wert bringt im Winter mehr Sonnenwärme ins Haus, im Sommer aber auch mehr Hitze. Sonnenschutzgläser liegen meist zwischen 0,2 und 0,5 und mindern dafür die Wärmegewinne im Winter. Lassen Sie sich neben dem U‑Wert auch zum g-Wert beraten, besonders bei großen Glasflächen.
So vergleichen Sie Angebote
Lassen Sie sich für jedes Element den Uw-Wert nennen und fragen Sie, ob er für Ihr Maß oder für das Normmaß gilt. Bei Türen gehört der Ud-Wert der ganzen Tür ins Angebot. Fragen Sie nach Glasaufbau, Ug-Wert und Abstandhalter. Für eine Förderung legt die Energieeffizienz-Expertin oder der Experte die nötigen Werte vor dem Auftrag fest; Rechnungen und Herstellernachweise müssen sie ausweisen. Nach dem Einbau bestätigt das ausführende Unternehmen schriftlich, dass die gesetzlichen Anforderungen eingehalten sind.
Warum das ganze Fenster und sein Einbau zählen, nicht nur der Glaswert, fasst die Seite Fenster erneuern zusammen.
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Arbeitshilfen zu dieser Antwort
Begriffe kurz erklärt
- g-Wert
- Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung: der Anteil der Sonnenenergie, der in den Raum gelangt. Üblich sind etwa 0,6; Sonnenschutzglas liegt meist bei 0,2 bis 0,5.
- Uf-Wert
- U‑Wert des Fensterrahmens. Der Rahmen macht 20 bis 40 % der Fensterfläche aus und beeinflusst deshalb den Uw-Wert deutlich.
- Ug-Wert
- U‑Wert nur der Verglasung. Er ist meist besser als der Wert des ganzen Fensters und allein kein Vergleichsmaßstab; beim reinen Glastausch verlangt das GModG höchstens 1,1 W/(m²K).
- Uw-Wert
- Wärmedurchgangskoeffizient des ganzen Fensters aus Rahmen, Glas und Glasrand in W/(m²K). Je kleiner, desto geringer der Wärmeverlust; maßgeblich für Angebotsvergleich, Gesetz und Förderung.
Quellen, Redaktion und Stand
Förder- und Rechtsangaben können sich ändern; maßgeblich ist die jeweils aktuelle Fassung der Quelle.
Quellen, abgerufen am 16.10.2026, 14.10.2026:
- BBSR: Das Gebäudeenergiegesetz, Informationsbroschüre für Bauherren und Eigentümer (01/2023) (PDF)
- dena Gebäudeforum klimaneutral: Wärmedurchgangskoeffizient (U‑Wert) (10/2025)
- Verbraucherzentrale: Fenster sanieren oder austauschen: darauf sollten Sie achten (Stand 12.02.2026)
- Verbraucherzentrale NRW: Fenster richtig planen (Broschüre, Stand 03/2017) (PDF)
- dena Gebäudeforum klimaneutral: Fenster: energetische Bedeutung, Schutzfunktionen und Feuchtigkeit (07/2024)
- KfW/BAFA: Technische FAQ zur BEG Einzelmaßnahmen, Version 7.0 (PDF)
- GModG (früher GEG) Anlage 7: Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten beim Austausch
- GModG (früher GEG) § 36: Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderung
- BEG-EM‑Richtlinie vom 17.08.2026, Bundesanzeiger (PDF)
- BAFA: Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0 (09/2026, gültig ab 16.09.2026) (PDF)
- Umweltbundesamt: Wände und Fenster richtig dämmen (Umwelttipp, 08/2024)
- GModG (früher GEG) § 96: Private Nachweise (Unternehmererklärung)
- Redaktion
- Redaktion Solar & Wärme Viersen, betrieben von der RZ Bedachungen GmbH. Verantwortlich: Raffael Ziagas (Impressum).
- Veröffentlicht am
- 16.10.2026
- Recherchiert am
- 16.10.2026
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